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Was Trockenbau pro Quadratmeter kostet

Eine einfach beplankte Ständerwand kostet nach den Auftragsdaten des Portals Daibau 40 bis 70 Euro je Quadratmeter, mit Dämmung 45 bis 80 Euro, eine abgehängte Decke 42 bis 95 Euro. Eine amtliche Preisstatistik je Quadratmeter gibt es nicht. Das Statistische Bundesamt misst nur die Veränderung: Ausbauarbeiten wurden im Mai 2026 um 5,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Was ein Quadratmeter Trockenbauwand 2026 kostet

Der Preis hängt zuerst davon ab, welches Bauteil entsteht. Vier Fälle kommen in Angeboten vor. Im ersten Fall stellt der Betrieb eine einfach beplankte Ständerwand: ein Metallgerüst aus CW- und UW-Profilen, auf jeder Seite eine Lage Gipsplatten. Im zweiten Fall kommt Dämmung aus Mineralwolle in den Hohlraum. Im dritten Fall wird die Wand doppelt beplankt, also mit zwei Plattenlagen je Seite, was Schallschutz und Brandschutz verbessert. Im vierten Fall hängt eine Decke unter der Rohdecke, getragen von einer Unterkonstruktion aus CD-Profilen.

Für keinen dieser Fälle gibt es in Deutschland eine amtliche Preisstatistik je Quadratmeter. Das Statistische Bundesamt erhebt Baupreise nur als Index, also als Veränderung gegenüber dem Vorjahr, nicht als absoluten Betrag. Belegte Preisspannen stammen deshalb von Handwerkerportalen, die aus ihren eigenen Auftragsdaten rechnen. Diese Zahlen prüft weder eine Kammer noch eine Behörde. Sie taugen als Anhaltspunkt, nicht als Kalkulation.

Preisspannen je Quadratmeter nach Portalangabe. Alle Beträge einschließlich Material und Arbeit, ohne Gerüst und ohne Anstrich.
LeistungSpanne je QuadratmeterQuelleStand
Einfachständerwand ohne Dämmung40 bis 70 EuroDaibauDezember 2025
Einfachständerwand mit Dämmung, 7,5 bis 12,5 Zentimeter45 bis 80 EuroDaibauDezember 2025
Doppelständerwand ohne Dämmung50 bis 80 EuroDaibauDezember 2025
Doppelständerwand mit Dämmung, 10 bis 20,5 Zentimeter63 bis 104 EuroDaibauDezember 2025
Abgehängte Decke, Abhänghöhe bis 12,5 Zentimeter42 bis 76 EuroDaibauDezember 2025
Vorsatzschale vor einer bestehenden Wand49,50 bis 82,50 EuroDaibauDezember 2025
Trockenbauwand allgemein40 bis 60 EuroSanier.deApril 2026
Decke abhängen50 bis 80 EuroSanier.deApril 2026
Bandagieren und Verspachteln als Einzelposition6,30 bis 10 EuroDaibauDezember 2025

Zwei Zahlen aus der Tabelle gehören nebeneinander gelesen. Die reine Platte kostet im Baustoffhandel ab etwa 3 Euro je Quadratmeter, schreibt Sanier.de. Der fertige Quadratmeter Wand kostet das Zehn- bis Zwanzigfache. Der Unterschied ist Arbeitszeit, Unterkonstruktion, Schrauben, Dämmung, Spachtelmasse und Bewehrungsstreifen. Wer nur Plattenpreise vergleicht, vergleicht etwa fünf Prozent der Rechnung.

Gesamttarifstundenlohn Lohngruppe 4 im Bauhauptgewerbe
26,05 Euro je Stunde, bundeseinheitlich
Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, Bauwirtschaft im Zahlenbild, Grafik 10, Stand 1. April 2026
Preisanstieg Ausbauarbeiten, Mai 2026 gegenüber Mai 2025
plus 5,1 Prozent
Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 241, Stand 10. Juli 2026
Aussparungen, die beim Aufmaß übermessen und damit mitbezahlt werden
bis 2,50 Quadratmeter Einzelgröße
ATV DIN 18340 Trockenbauarbeiten, Abrechnung, Stand 1. Oktober 2023

Ein Rechenbeispiel macht die Spannen greifbar. Ein Zimmer von 4 mal 5 Metern bekommt eine neue Trennwand von 5 Metern Länge und 2,50 Metern Höhe, also 12,5 Quadratmeter. Ohne Dämmung liegt diese Wand nach der Portalspanne bei 500 bis 875 Euro, mit Dämmung bei 563 bis 1.000 Euro. Eine abgehängte Decke über denselben 20 Quadratmetern Grundfläche kostet 840 bis 1.520 Euro. Ein Angebot, das für dieselbe Wand 1.800 Euro verlangt, ist damit nicht automatisch falsch, aber begründungsbedürftig.

Warum der Stundensatz weit über dem Tariflohn von 26,05 Euro liegt

Seit dem 1. April 2026 beträgt der Gesamttarifstundenlohn der Lohngruppe 4 im Bauhauptgewerbe 26,05 Euro. Das meldet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Die Lohngruppe 4 ist der sogenannte Ecklohn, also der Lohn des ausgebildeten Facharbeiters, an dem sich die übrigen Gruppen ausrichten. Erstmals gilt dieser Betrag bundeseinheitlich, denn Ost und West sind zum selben Stichtag angeglichen worden. Zum 1. Januar 2026 lagen die Werte noch getrennt bei 25,08 Euro im Westen und 24,74 Euro im Osten.

Dieser Lohn ist das, was der Monteur bekommt, nicht das, was der Betrieb berechnet. Auf den Grundlohn kommen Lohnzusatzkosten. Der Hauptverband beziffert sie für 2026 auf 90,7 Prozent des Grundlohns in Westdeutschland und 85,2 Prozent in Ostdeutschland. Darin stecken Sozialversicherung, Lohnfortzahlung, Urlaubsvergütung und die Beiträge zur Sozialkasse des Baugewerbes. Aus 26,05 Euro Lohn werden damit rund 50 Euro Personalkosten je produktiver Stunde, bevor der Betrieb eine einzige Schraube bezahlt hat.

  • Grundlohn nach Tarif, im Bauhauptgewerbe seit April 2026 bundeseinheitlich 26,05 Euro je Stunde für die Lohngruppe 4.
  • Lohnzusatzkosten von 90,7 Prozent des Grundlohns im Westen und 85,2 Prozent im Osten, unter anderem für Sozialkasse und Lohnfortzahlung.
  • Unproduktive Zeiten: Anfahrt, Materialabholung, Aufmaß, Schlechtwetter, Urlaub und Krankheit werden auf die verkauften Stunden umgelegt.
  • Gemeinkosten des Betriebs: Werkstatt, Fahrzeuge, Werkzeug, Büro, Versicherungen und Berufsgenossenschaft.
  • Wagnis und Gewinn, aus denen der Betrieb Gewährleistungsfälle und Auftragslücken trägt.
  • Umsatzsteuer von 19 Prozent, die bei privaten Auftraggebern auf der Rechnung stehen bleibt und nicht erstattet wird.

Deshalb liegt der Stundenverrechnungssatz, den ein Trockenbaubetrieb einem Privathaushalt nennt, regelmäßig beim Zwei- bis Dreifachen des Tariflohns. Das ist kein Aufschlag auf den Handwerker, sondern die Rechnung des Betriebs. Wenn Sie ein Angebot mit einem auffallend niedrigen Stundensatz erhalten, prüfen Sie zuerst, ob Umsatzsteuer und Material darin enthalten sind, bevor Sie es für günstig halten.

Warum Sie eine Tür von zwei Quadratmetern voll mitbezahlen

Trockenbauarbeiten werden nach Aufmaß abgerechnet, und das Aufmaß folgt festen Regeln. Sie stehen in der ATV DIN 18340 Trockenbauarbeiten, einem Teil der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, kurz VOB Teil C. Die aktuelle Ausgabe trägt das Datum Oktober 2023. Bei öffentlichen Aufträgen gilt die VOB/C unmittelbar, bei privaten Aufträgen nur, wenn sie vereinbart ist. In der Praxis rechnen die meisten Betriebe auch ohne ausdrückliche Vereinbarung danach ab, weil es die übliche Abrechnungsweise dieses Gewerks ist.

Die wichtigste Regel für Ihre Rechnung heißt Übermessung. Aussparungen bis 2,50 Quadratmeter Einzelgröße werden übermessen, also nicht abgezogen. Eine Zimmertür mit 0,885 mal 2,01 Metern misst rund 1,8 Quadratmeter und liegt damit unter der Grenze. Sie zahlen die Fläche der Türöffnung mit, obwohl dort keine Wand steht. Bei Öffnungen in Böden liegt die Grenze bei 0,50 Quadratmetern. Unterbrechungen bis 0,30 Meter werden beim Flächenmaß übermessen, beim Längenmaß bis 1,00 Meter. Nischen dagegen werden unabhängig von ihrer Größe gesondert gerechnet.

Das klingt nach einem Trick, ist aber eine Vereinfachung mit Gegenleistung. Die Leibung der Türöffnung, also die schmale Fläche im Durchgang, und der Anschluss an die Zarge kosten Arbeit, die niemand einzeln aufmisst. Die Übermessung bezahlt diese Arbeit pauschal. Wichtig ist nur, dass Sie die Regel kennen, bevor Sie die Rechnung mit dem eigenen Zollstock nachprüfen und den Betrieb zu Unrecht der Falschabrechnung verdächtigen.

Vom Aufmaß zur Schlussrechnung
  1. Aufmaß vor Ort

    Der Betrieb misst Wandlängen und Höhen, meist gemeinsam mit Ihnen. Lassen Sie sich das Aufmaßblatt geben. Es ist die Grundlage jeder späteren Prüfung.

  2. Abzugsmaße ermitteln

    Aussparungen über 2,50 Quadratmeter werden abgezogen, kleinere übermessen. Die Abzugsmaße berechnet der Betrieb aus den kleinsten Maßen der Öffnung, nicht aus dem Außenmaß der Zarge.

  3. Positionen zuordnen

    Wand, Decke, Vorsatzschale, Dämmung und Spachtelstufe sind getrennte Positionen mit eigenen Einheitspreisen. Eine Rechnung mit einer einzigen Summe lässt sich nicht prüfen.

  4. Abnahme

    Sie nehmen das Werk ab und halten Mängel schriftlich fest. Mit der Abnahme beginnt die Verjährungsfrist der Gewährleistung, und die Beweislast wechselt zu Ihnen.

  5. Schlussrechnung prüfen

    Vergleichen Sie die abgerechneten Quadratmeter mit dem Aufmaßblatt und die Einheitspreise mit dem Angebot. Abweichungen beim Mengenansatz sind häufiger als falsche Preise.

Welche Spachtelqualität Sie bestellen müssen, damit Preise vergleichbar sind

Zwei Angebote für dieselbe Wand können sich um 20 Prozent unterscheiden, nur weil eines eine höhere Oberflächengüte enthält. Der Bundesverband der Gipsindustrie beschreibt in seinem Merkblatt 2 vier Qualitätsstufen der Verspachtelung, Q1 bis Q4. Sie unterscheiden sich im Aufwand und damit im Preis, und sie entscheiden darüber, welche Beschichtung später ohne sichtbare Fugen möglich ist.

Die vier Oberflächengüten nach Merkblatt 2 des Bundesverbandes der Gipsindustrie und wofür sie taugen.
StufeWas ausgeführt wirdGeeignet für
Q1Stoßfugen füllen, Schraubenköpfe überziehen, überstehendes Material abstoßenFlächen ohne optische Anforderung, etwa hinter Fliesen oder in Technikräumen
Q2Q1 und Nachspachteln bis zum stufenlosen Übergang zur PlattenoberflächeStandard für Wand und Decke, Raufaser, matte Anstriche, Oberputze über 1 Millimeter Korn
Q3Q2, breiteres Ausspachteln der Fugen und scharfes Abziehen der Plattenoberfläche zum PorenverschlussFein strukturierte Wandbekleidungen, matte feinstrukturierte Anstriche, Oberputze bis 1 Millimeter Korn
Q4Vollflächenspachtelung oder Abstucken der gesamten Fläche, Schichtdicke über 1 MillimeterMetall- und Vinyltapeten, Lasuren, Beschichtungen bis mittlerem Glanz, Stuccolustro

Die entscheidende Regel steht im selben Merkblatt: Enthält das Leistungsverzeichnis keine hinreichenden Angaben zur Oberfläche, dann gilt stets die Qualitätsstufe Q2 als vereinbart. Wer eine glatte Wand für eine glänzende Farbe erwartet und nichts vereinbart hat, bekommt Q2 und hat keinen Anspruch auf mehr. Bei Q3 sollten erhöhte Ebenheitstoleranzen nach DIN 18202 vertraglich vereinbart werden, bei Q4 müssen sie es.

Der Verband nennt außerdem drei Wörter, die in keinem Angebot stehen sollten: malerfertig, streichfertig und oberflächenfertig. Sie beschreiben keine prüfbare Leistung. Verlangt wird stattdessen die Q-Stufe im Text der Position. Auch bei Q4 bleibt eine Einschränkung: Spachtelflächen, die auch bei Streiflicht absolut eben und schattenfrei erscheinen, sind nach Aussage des Verbandes nicht ausführbar.

Wie Sie ein Trockenbau-Angebot in sieben Schritten prüfen

Ein prüfbares Angebot nennt Mengen, Einheitspreise und Ausführungsdetails getrennt. Eine Pauschalsumme ohne Aufgliederung lässt sich weder vergleichen noch später kontrollieren. Diese Reihenfolge deckt die Punkte ab, an denen Angebote im Trockenbau typischerweise auseinandergehen.

  1. Prüfen Sie, ob jede Leistung eine eigene Position mit Menge, Einheit und Einheitspreis hat: Wand, Decke, Vorsatzschale, Dämmung, Spachtelstufe, Eckschutzschienen.
  2. Suchen Sie die Q-Stufe im Positionstext. Steht dort malerfertig oder gar nichts, fragen Sie schriftlich nach und lassen Sie Q2, Q3 oder Q4 eintragen.
  3. Lassen Sie sich den Wandaufbau benennen: Profilbreite in Millimetern, einfache oder doppelte Beplankung, Plattentyp und Plattendicke, Dämmstoffdicke und Rohdichte.
  4. Prüfen Sie, ob Schallschutz oder Brandschutz gefordert ist, und ob das Angebot einen geprüften Systemaufbau nennt statt nur eine Plattenbezeichnung.
  5. Vergleichen Sie die Mengen mit Ihrem eigenen Aufmaß und rechnen Sie Türöffnungen bis 2,50 Quadratmeter bewusst mit, weil sie nach VOB/C übermessen werden.
  6. Klären Sie Nebenleistungen: Abtransport des Bauschutts, Schutzabdeckungen, Baustrom, Reinigung und Anfahrt. Diese Posten sind der häufigste Unterschied zwischen zwei Angeboten.
  7. Fordern Sie eine Endsumme mit ausgewiesener Umsatzsteuer und einen Ausführungszeitraum mit Datum, nicht mit der Formulierung nach Absprache.

Holen Sie drei Angebote ein und legen Sie sie nebeneinander, bevor Sie das günstigste nehmen. Wenn eines deutlich billiger ist, fehlt darin fast immer eine Position. Der Vergleich lohnt sich an der Menge, nicht am Endpreis.

Was Sie von den Arbeitskosten zurückholen und wann ein Kostenanschlag bindet

Private Auftraggeber können einen Teil der Rechnung von der Steuer absetzen. Nach § 35a Absatz 3 des Einkommensteuergesetzes ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer um 20 Prozent der Aufwendungen für Handwerkerleistungen, höchstens jedoch um 1.200 Euro im Jahr. Der Höchstbetrag ist damit bei 6.000 Euro begünstigten Aufwendungen erreicht. Zwei Bedingungen aus Absatz 5 entscheiden darüber, ob das Finanzamt mitspielt: Sie brauchen eine Rechnung, und die Zahlung muss auf das Konto des Betriebs erfolgt sein. Barzahlung schließt die Ermäßigung aus.

Begünstigt sind außerdem nur die Arbeitskosten. Das Gesetz sagt es ausdrücklich: Der Abzug gilt nur für Arbeitskosten. Material bleibt außen vor. Bitten Sie den Betrieb deshalb, Lohn- und Materialanteil in der Rechnung getrennt auszuweisen. Bei einer Trockenbaurechnung über 6.000 Euro entscheidet das über den Unterschied zwischen 1.200 Euro und einigen hundert Euro Ermäßigung.

Beim Preis selbst gilt: Ein Kostenanschlag ist keine Preisgarantie. § 649 BGB regelt den Fall, dass dem Vertrag ein Kostenanschlag zugrunde liegt, ohne dass der Unternehmer die Richtigkeit garantiert. Zeigt sich dann eine wesentliche Überschreitung als unvermeidbar, muss der Betrieb Ihnen das unverzüglich anzeigen. Sie dürfen daraufhin kündigen, und der Betrieb erhält nur den Anspruch nach § 645 Absatz 1 BGB. Die Erstellung des Kostenanschlags ist nach § 632 Absatz 3 BGB im Zweifel nicht zu vergüten, kostet Sie also nichts, solange nichts anderes vereinbart wurde.

Dürfen Sie kündigen, wenn die Rechnung über dem Kostenanschlag liegt?

Lag dem Vertrag ein Kostenanschlag zugrunde, für den der Betrieb keine Richtigkeitsgarantie übernommen hat?

Ja

Ist die Überschreitung wesentlich, also nicht nur eine geringfügige Abweichung?

Ja

Hat der Betrieb Ihnen die Überschreitung unverzüglich angezeigt, als sie absehbar wurde?

Ja

Sie dürfen den Vertrag nach § 649 Absatz 1 BGB kündigen. Der Betrieb erhält dann nur die Vergütung nach § 645 Absatz 1 BGB für die bereits erbrachte Leistung. Entscheiden Sie schnell, denn fortgesetzte Arbeit wird weiter vergütet.

Nein

Der Betrieb hat seine Anzeigepflicht aus § 649 Absatz 2 BGB verletzt. Sie können kündigen und zusätzlich Schadensersatz wegen der unterbliebenen Anzeige prüfen lassen. Halten Sie schriftlich fest, wann Sie von der Überschreitung erfahren haben.

Nein

Eine geringfügige Abweichung trägt kein Kündigungsrecht. Prüfen Sie stattdessen das Aufmaß: Weicht die abgerechnete Menge vom Aufmaßblatt ab, ist das ein Rechenfehler und kein Fall des § 649 BGB.

Nein

Wurde ein Festpreis oder eine Pauschale vereinbart?

Ja

Dann gilt der vereinbarte Preis. Mehrkosten darf der Betrieb nur für Leistungen verlangen, die Sie zusätzlich beauftragt haben. Lassen Sie sich jede Zusatzleistung vor der Ausführung schriftlich bestätigen.

Nein

Ohne Preisabrede schulden Sie nach § 632 Absatz 2 BGB die übliche Vergütung. Was üblich ist, klärt im Streitfall ein Sachverständiger. Vereinbaren Sie deshalb vor Beginn Einheitspreise je Quadratmeter.

Häufige Fragen

Was kostet eine Trockenbauwand pro Quadratmeter?

Eine einfach beplankte Ständerwand kostet nach Portalangaben 40 bis 70 Euro je Quadratmeter einschließlich Material und Arbeit, mit Mineralwolldämmung 45 bis 80 Euro. Eine doppelt beplankte Wand mit Dämmung liegt bei 63 bis 104 Euro. Eine amtliche Preisstatistik je Quadratmeter führt in Deutschland niemand; die genannten Spannen stammen aus Auftragsdaten von Handwerkerportalen.

Rechnet ein Trockenbauer Türöffnungen aus der Wandfläche heraus?

Nein, Aussparungen bis 2,50 Quadratmeter Einzelgröße werden nach ATV DIN 18340 übermessen und damit mitbezahlt. Eine normale Zimmertür misst rund 1,8 Quadratmeter und liegt darunter. Abgezogen wird erst, was größer ist. Die Übermessung gleicht die Arbeit an Leibung und Zargenanschluss aus, die sonst einzeln berechnet werden müsste.

Welche Spachtelqualität bekomme ich, wenn im Angebot nichts dazu steht?

Dann gilt die Qualitätsstufe Q2, die Standardverspachtelung. Das legt das Merkblatt 2 des Bundesverbandes der Gipsindustrie ausdrücklich fest: Fehlen hinreichende Angaben im Leistungsverzeichnis, ist Q2 vereinbart. Q2 genügt für Raufaser und matte Anstriche. Für glänzende Beschichtungen oder Metalltapeten brauchen Sie Q4 und müssen erhöhte Ebenheitstoleranzen vereinbaren.

Kann ich Trockenbauarbeiten von der Steuer absetzen?

Ja, nach § 35a Absatz 3 Einkommensteuergesetz ermäßigt sich Ihre Einkommensteuer um 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens um 1.200 Euro im Jahr. Material zählt nicht mit. Voraussetzung sind eine Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Betriebs; Barzahlung ist ausgeschlossen. Lassen Sie Lohn- und Materialanteil in der Rechnung trennen.

Warum berechnet ein Trockenbaubetrieb mehr als den Tariflohn von 26,05 Euro?

Der Tariflohn ist das Entgelt des Monteurs, nicht der Preis des Betriebs. Auf den Grundlohn kommen Lohnzusatzkosten von 90,7 Prozent in Westdeutschland, dazu unproduktive Zeiten, Fahrzeuge, Werkzeug, Versicherungen, Wagnis und Gewinn sowie 19 Prozent Umsatzsteuer. Der Stundenverrechnungssatz für Privatkunden liegt deshalb regelmäßig beim Zwei- bis Dreifachen des Tariflohns.

Ist ein Kostenvoranschlag für Trockenbauarbeiten verbindlich?

Nein, ein Kostenanschlag ohne Richtigkeitsgarantie bindet den Preis nicht. Zeigt sich eine wesentliche Überschreitung, muss der Betrieb sie nach § 649 Absatz 2 BGB unverzüglich anzeigen, und Sie dürfen kündigen. Der Kostenanschlag selbst ist nach § 632 Absatz 3 BGB im Zweifel nicht zu vergüten. Wer Planungssicherheit will, vereinbart Einheitspreise oder einen Pauschalpreis.

Begriffe aus diesem Artikel im Glossar

  • Ständerwerk: Ständerwerk ist die tragende Unterkonstruktion einer Trockenbauwand oder abgehängten Decke: ein Rahmen aus Metall- oder Holzprofilen, auf dem die Beplankung aus Gipskarton- oder Gipsfaserplatten befestigt wird. Im Metallbau bilden UW-Profile den horizontalen Rahmen an Boden und Decke, CW-Profile die vertikalen Ständer dazwischen. Der Hohlraum nimmt Dämmung und Installationen auf.
  • Gipskartonplatte (GKB): Die Gipskarton-Bauplatte GKB ist die Standardplatte des Trockenbaus für normal beanspruchte Wände und Decken in trockenen Innenräumen. Sie besteht aus einem Gipskern, der beidseitig mit Karton ummantelt ist, und trägt nach DIN 18180 eine blaue Kennzeichnung. Ohne besondere Eigenschaften für Feuchtigkeit oder Brandschutz ist sie die günstigste und am häufigsten verbaute Plattenart.
  • Spachtelqualität (Q1 bis Q4): Spachtelqualität, abgekürzt Q1 bis Q4, beschreibt die Oberflächengüte verspachtelter Trockenbau- und Putzflächen von einfach bis für hochglänzende Anstriche geeignet. Q1 deckt nur die Fugen, Q2 ergibt eine ebene, grundierfähige Fläche und ist die am häufigsten ausgeführte Stufe, Q3 und Q4 verlangen zusätzliche Feinspachtelungen und sind bei kritischem Streiflicht oder Glanzanstrichen nötig.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. § 35a Einkommensteuergesetz, Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  2. § 649 Bürgerliches Gesetzbuch, Kostenanschlag, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  3. § 632 Bürgerliches Gesetzbuch, Vergütung, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  4. Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026, Pressemitteilung Nr. 241, Statistisches Bundesamt,
  5. Bauwirtschaft im Zahlenbild, Grafik 10: Löhne im Bauhauptgewerbe, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie,
  6. Merkblatt 2: Verspachtelung von Gipsplatten, Oberflächengüten Q1 bis Q4, Bundesverband der Gipsindustrie, Industriegruppe Gipsplatten,
  7. ATV DIN 18340 Trockenbauarbeiten, Ausgabe 2023-10, Abrechnung, bau-doch-selber.de, Wiedergabe der VOB Teil C,
  8. Abrechnung nach ATV DIN 18340 Trockenbauarbeiten, Seminarunterlage, FeuerTrutz Network, Rudolf Müller Mediengruppe,
  9. Trockenbau Preise pro Quadratmeter, Auswertung eigener Auftragsdaten, Daibau, Handwerkerportal ohne geprüfte Datenbasis,
  10. Trockenbau: Kosten berechnen und Arbeitsaufwand einschätzen, Sanier.de, Portal ohne geprüfte Datenbasis,

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Stand dieser Angaben: 20. September 2026.