TrockenbauerListe
Nahaufnahme einer aufgeschlagenen Wörterbuchseite, Symbolbild für das Glossar der Fachbegriffe rund um Trockenbau

Glossar

Dieses Glossar erklärt die Begriffe, die rund um Trockenbau, Innenausbau & Akustikbau immer wieder auftauchen. Jeder Eintrag beginnt mit einer Definition in ein bis zwei Sätzen und nennt danach, worauf sie sich stützt.

27 Begriffe

Trockenbaumonteur

Trockenbaumonteur ist die staatlich anerkannte Berufsbezeichnung für Fachkräfte, die Innenräume in Trockenbauweise errichten: Ständerwerk stellen, Gipskarton- oder Gipsfaserplatten beplanken und dabei Wärme-, Schall- und Brandschutz einhalten. Die Ausbildung dauert drei Jahre und baut auf dem zweijährigen Ausbaufacharbeiter auf. Jeder Betrieb in diesem Verzeichnis nennt Trockenbau auf seiner eigenen Website als Leistung, das Wort Trockenbau im Firmennamen führt aber nur ein kleiner Teil.

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Ständerwerk

Ständerwerk ist die tragende Unterkonstruktion einer Trockenbauwand oder abgehängten Decke: ein Rahmen aus Metall- oder Holzprofilen, auf dem die Beplankung aus Gipskarton- oder Gipsfaserplatten befestigt wird. Im Metallbau bilden UW-Profile den horizontalen Rahmen an Boden und Decke, CW-Profile die vertikalen Ständer dazwischen. Der Hohlraum nimmt Dämmung und Installationen auf.

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CW-Profil

Das CW-Profil ist das vertikale, C-förmige Metallprofil im Ständerwerk einer Trockenbauwand. Es wird oben und unten in die UW-Profile eingesteckt und bildet die Ständer, an denen die Gipskarton- oder Gipsfaserplatten verschraubt werden. CW-Profile gibt es in mehreren Breiten für unterschiedliche Wandstärken und Schallschutzanforderungen.

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UW-Profil

Das UW-Profil ist das U-förmige Metallprofil, das den horizontalen Rahmen einer Trockenbauwand an Boden und Decke bildet. Es nimmt die vertikalen CW-Profile auf und legt damit die Position und Ausrichtung der ganzen Wand fest. Vor der Montage wird häufig ein Dichtungsband unter das UW-Profil geklebt, um Schallübertragung über den Boden zu vermeiden.

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Gipskartonplatte (GKB)

Die Gipskarton-Bauplatte GKB ist die Standardplatte des Trockenbaus für normal beanspruchte Wände und Decken in trockenen Innenräumen. Sie besteht aus einem Gipskern, der beidseitig mit Karton ummantelt ist, und trägt nach DIN 18180 eine blaue Kennzeichnung. Ohne besondere Eigenschaften für Feuchtigkeit oder Brandschutz ist sie die günstigste und am häufigsten verbaute Plattenart.

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Feuchtraum-Gipskartonplatte (GKBI)

GKBI bezeichnet die imprägnierte Gipskarton-Bauplatte für Feuchträume wie Bad oder Küche, erkennbar an der grünen Kennzeichnung. Der Kern ist wasserabweisend ausgerüstet und nimmt nach DIN EN 520 Typ H2 deutlich weniger Wasser auf als die Standardplatte GKB. Das schützt vor kurzzeitiger Feuchtebelastung, ersetzt aber keine Abdichtung im direkten Spritzwasserbereich von Dusche oder Wanne.

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Gipskarton-Feuerschutzplatte (GKF)

GKF ist die Gipskarton-Feuerschutzplatte für Bauteile mit erhöhten Brandschutzanforderungen, an der roten Kennzeichnung erkennbar. Ihr Kern ist glasfaserverstärkt, damit er bei hohen Temperaturen länger formstabil bleibt, bevor der Gips seine Feuchtigkeit verliert und zerfällt. Nach DIN EN 520 entspricht sie dem Typ DF und ist Grundlage vieler geprüfter F30- und F90-Wandkonstruktionen.

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Gipsfaserplatte

Die Gipsfaserplatte besteht aus Gips, dem beim Pressen Zellulosefasern beigemischt werden, und kommt ohne Kartonummantelung aus. Dadurch ist sie stabiler, druckfester und unempfindlicher gegenüber Feuchtigkeit als die klassische Gipskartonplatte, aber schwerer und teurer. Eine 12,5 Millimeter starke Platte wiegt spürbar mehr als eine gleich dicke Gipskartonplatte und hält Schrauben und Dübel besser.

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Spachtelqualität (Q1 bis Q4)

Spachtelqualität, abgekürzt Q1 bis Q4, beschreibt die Oberflächengüte verspachtelter Trockenbau- und Putzflächen von einfach bis für hochglänzende Anstriche geeignet. Q1 deckt nur die Fugen, Q2 ergibt eine ebene, grundierfähige Fläche und ist die am häufigsten ausgeführte Stufe, Q3 und Q4 verlangen zusätzliche Feinspachtelungen und sind bei kritischem Streiflicht oder Glanzanstrichen nötig.

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Brandschutzklasse F30 und F90

F30 und F90 sind Feuerwiderstandsklassen nach DIN 4102-2: Sie geben an, wie lange ein Bauteil im Brandfall seine Tragfähigkeit, Wärmedämmung und den Raumabschluss behält, in Minuten gemessen. F30 steht für mindestens 30 Minuten Feuerwiderstand, F90 für mindestens 90 Minuten. Dazwischen und darüber gibt es die Stufen F60, F120 und F180.

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Baustoffklasse (DIN 4102-1)

Die Baustoffklasse nach DIN 4102-1 beschreibt das Brandverhalten eines einzelnen Baustoffs, unabhängig von der Feuerwiderstandsdauer eines ganzen Bauteils. A1 und A2 gelten als nicht brennbar, A1 ganz ohne, A2 mit begrenztem organischem Anteil. B1 ist schwerentflammbar, B2 normalentflammbar und B3 leichtentflammbar; B3-Baustoffe sind im Hochbau grundsätzlich nicht zugelassen.

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Luftschalldämmung

Luftschalldämmung beschreibt, wie stark ein Bauteil Schall dämpft, der sich über die Luft ausbreitet, etwa Sprache oder Musik. Gemessen wird sie als bewertetes Schalldämm-Maß R'w in Dezibel. DIN 4109-1 verlangt für Trennwände zwischen fremden Wohn- oder Arbeitsbereichen mindestens 53 Dezibel, für Gebäudetrennwände mindestens 57 Dezibel, jeweils als bauordnungsrechtlich bindende Mindestanforderung.

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Trittschall

Trittschall ist der Körperschall, der beim Gehen, Möbelrücken oder Fallenlassen von Gegenständen direkt in eine Decke eingeleitet wird und sich im darunterliegenden Raum als Geräusch bemerkbar macht. Er verbreitet sich anders als Luftschall und dringt leichter durch Decken als etwa Sprache durch eine Wand. Gemessen wird er als bewerteter Norm-Trittschallpegel, je niedriger der Wert, desto besser der Schutz.

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Dampfsperre

Eine Dampfsperre ist eine Bahn oder Folie mit sehr hohem Diffusionswiderstand, in der Regel einem sd-Wert über 1.500 Metern, die Wasserdampf nahezu vollständig blockiert. Sie wird raumseitig zwischen Dämmung und Beplankung eingebaut, damit warme, feuchte Innenluft nicht in die Konstruktion eindringt und dort kondensiert. Ohne fachgerechten, luftdichten Anschluss an Wand und Decke verfehlt sie ihren Zweck.

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Dampfbremse

Eine Dampfbremse lässt anders als eine Dampfsperre eine kontrollierte Menge Wasserdampf hindurch, üblicherweise bei einem sd-Wert zwischen 2 und 20 Metern, feuchtevariable Ausführungen zwischen 0,25 und 25 Metern. Sie wird ebenfalls raumseitig der Dämmung eingebaut und reguliert, wie viel Feuchte aus dem Innenraum in die Konstruktion eindringen darf, ohne sie dauerhaft zu belasten.

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sd-Wert

Der sd-Wert ist das Maß für den Wasserdampfdiffusionswiderstand eines Baustoffs, angegeben in Metern äquivalenter Luftschichtdicke. Er berechnet sich aus der Schichtdicke multipliziert mit der materialspezifischen Diffusionswiderstandszahl µ. Je höher der sd-Wert, desto weniger Wasserdampf lässt das Material hindurch; er sagt aber nichts über Luftdichtheit oder den Schutz vor Schlagregen aus.

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Vorsatzschale

Eine Vorsatzschale ist eine nicht tragende Bauplattenkonstruktion mit Profilunterkonstruktion, die mit Abstand vor eine bestehende, meist massive Wand gestellt wird, sodass ein Hohlraum entsteht. Sie dient dazu, unebene Altbauwände optisch aufzuwerten, Leitungen unsichtbar zu verlegen und über Dämmung im Hohlraum Wärme- und Schallschutz zu verbessern, ohne die bestehende Wand aufzustemmen.

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Abgehängte Decke

Eine abgehängte Decke ist eine Leichtbaudecke aus Trockenbauplatten auf einer Unterkonstruktion, die über Abhänger mit der eigentlichen Rohdecke verbunden ist. Der entstehende Hohlraum nimmt Leitungen, Lüftungskanäle und Beleuchtung auf, die dadurch unsichtbar verlegt werden können. Solche Deckensysteme tragen Gewichte bis rund 50 Kilogramm pro Quadratmeter und lassen sich auch an Holzbalkendecken im Altbau befestigen.

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Akustikdecke

Eine Akustikdecke ist eine abgehängte Trockenbaudecke aus gelochten oder offenporigen Platten, die Schallwellen in ihre Poren eindringen lassen und dort durch Reibung in Wärme umwandeln. Das senkt die Nachhallzeit im Raum und verbessert die Sprachverständlichkeit. Materialien reichen von perforiertem Gips über Mineralfaser bis zu gelochtem Metall, eingeteilt in Absorberklassen von A mit sehr hoher bis E mit geringer Absorption.

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Schallabsorptionsgrad

Der Schallabsorptionsgrad, auch Alpha-Wert genannt, misst, wie viel der auf eine Fläche treffenden Schallenergie absorbiert statt reflektiert wird. Er reicht von 0 für vollständige Reflexion bis 1 für vollständige Absorption. Baustoffe und Deckenplatten werden danach in Absorberklassen A bis E eingeteilt, wobei Klasse A Werte von 0,90 bis 1,00 erreicht und Klasse E nur 0,15 bis 0,25.

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Handwerksrolle

Die Handwerksrolle ist das Verzeichnis, in das sich Betriebe eines zulassungspflichtigen Handwerks nach Anlage A der Handwerksordnung eintragen lassen müssen, bevor sie das Gewerbe selbstständig ausüben dürfen. Geführt wird sie von der jeweils zuständigen regionalen Handwerkskammer. Zulassungsfreie Handwerke und handwerksähnliche Gewerbe stehen dagegen nicht in der Handwerksrolle, sondern in eigenen Verzeichnissen derselben Kammer.

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Anlage A der Handwerksordnung

Anlage A der Handwerksordnung listet die zulassungspflichtigen Handwerke, für deren selbstständige Ausübung als stehendes Gewerbe ein Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation erforderlich ist. Nur wer diesen Nachweis erbringt, kann sich für ein solches Gewerk in die Handwerksrolle eintragen lassen. Das Stuckateurhandwerk gehört zu Anlage A, reiner Trockenbau dagegen nicht, weil er als eigenständiges Gewerk in der Handwerksordnung fehlt.

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Zulassungsfreies Handwerk

Zulassungsfreie Handwerke stehen in Anlage B1 der Handwerksordnung und lassen sich ohne Meisterbrief oder vergleichbaren Qualifikationsnachweis selbstständig ausüben. Trotzdem müssen sich Betriebe bei der zuständigen Handwerkskammer anzeigen und in deren Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke eintragen lassen, nur eben nicht in die Handwerksrolle. Reiner Trockenbau zählt zu dieser Gruppe, weil die Handwerksordnung dafür kein eigenständiges Gewerk mit Meisterzwang vorsieht.

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Meisterpflicht im Trockenbau

Reine Trockenbauarbeiten sind zulassungsfrei: Sie setzen keine Eintragung in die Handwerksrolle und keinen Meisterbrief voraus. Meisterpflichtig nach Anlage A der Handwerksordnung ist dagegen das Stuckateurhandwerk, zu dem Innen- und Außenputzarbeiten gehören. Viele Betriebe führen beide Leistungen nebeneinander aus, weshalb ein Betriebsname allein nicht verrät, welcher Teil seiner Arbeit eintragungspflichtig ist und welcher nicht.

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Handwerkskammer

Die Handwerkskammer ist die regionale Selbstverwaltungskörperschaft des Handwerks, zuständig für alle Handwerksbetriebe ihres Kammerbezirks unabhängig vom einzelnen Gewerk. Sie führt die Handwerksrolle für zulassungspflichtige Handwerke sowie eigene Verzeichnisse für zulassungsfreie und handwerksähnliche Gewerbe, berät Existenzgründer und organisiert die überbetriebliche Ausbildung. Deutschland hat keine bundesweit einheitliche Datenbank aller Kammern, jede Kammer führt ihre eigene Handwerkersuche.

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Gewerbeanmeldung

Die Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt ist für jeden selbstständigen Betrieb Pflicht, unabhängig davon, ob sein Handwerk zulassungspflichtig oder zulassungsfrei ist. Sie ersetzt bei zulassungsfreien Handwerken wie reinem Trockenbau den Meisterbrief nicht, weil dafür keiner verlangt wird, macht aber die Anzeige bei der zuständigen Handwerkskammer nicht überflüssig. Beide Schritte, Gewerbeamt und Handwerkskammer, sind bei zulassungsfreien Gewerken parallel nötig.

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Beplankung

Beplankung bezeichnet das Anbringen von Gipskarton-, Gipsfaser- oder anderen Bauplatten auf dem Ständerwerk einer Trockenbauwand oder -decke. Bei einfacher Beplankung sitzt eine Plattenlage je Seite, bei doppelter Beplankung zwei versetzt verschraubte Lagen. Doppelte Beplankung erhöht Stabilität, Schallschutz und Brandwiderstand gegenüber einfacher Beplankung deutlich, verbraucht dafür mehr Material, mehr Arbeitszeit und mehr Wandstärke.

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