
Werkzeug
Gipskarton-Plattenbedarf und Schallschutzklassen
Eine Metallständerwand steht auf CW-Profilen im Achsabstand 625 Millimeter und wird beidseitig mit Gipsplatten von 1250 Millimetern Breite beplankt. Aus Länge, Höhe, Profilbreite und Plattenlänge folgen deshalb Plattenzahl, Profilmeter und Schraubenzahl ohne Schätzung. Wie viel die fertige Wand dämmt, entscheidet vor allem die Zahl der Plattenlagen: dieselbe Wand kommt einlagig auf 47,6 und zweilagig auf 55,9 Dezibel.
Gipskarton-Plattenbedarf und Schallschutzklassen
Beispielfall: 4 m lang, 2,5 m hoch, zweilagig auf CW 75
Das sind 10 m² Wandfläche und, weil beide Seiten zweilagig beplankt werden, 40 m² Beplankung. Mit Platten von 2.600 mm Länge sind das 16 Stück mit zusammen 447 kg Gewicht, dazu 8 Stück CW-Profile, 8 m UW-Profil und 384 Stück Schnellbauschrauben. Der Zuschnitt lässt 30 Prozent übrig, die fertige Wand ist 125 mm dick und erreicht 55,9 dB im Prüfstand.
Wand eingeben
- Wandfläche
- 10 m²
- Zu beplanken, beide Seiten und Lagen
- 40 m²
- Platten zu kaufen
- 16 Stück
- Davon je Seite und Lage
- 4 nebeneinander, 1 übereinander
- Plattenfläche
- 52 m²
- Verschnitt aus dem Zuschnitt
- 30 Prozent
- Gewicht der Platten
- 447 kg
- CW-Profile
- 8 Stück, zusammen 20 m
- UW-Profile für Boden und Decke
- 8 m
- Befestigungspunkte der Anschlussprofile
- 18 Stück
- Schnellbauschrauben
- 384 Stück
- Dämmschicht
- 10 m², mindestens 60 mm dick
- Fertige Wanddicke
- 125 mm
- Schalldämm-Maß des Aufbaus
- 55,9 dB geprüft, 53 dB als Rechenwert
- Anforderung an dieser Stelle
- 53 dB
Der Rechenwert liegt 0 dB über der Anforderung aus DIN 4109-1:2018-01, Tabelle 2, Zeile 13. Das ist eine Orientierung und kein Nachweis: die Schallübertragung über Decke, Boden und angrenzende Wände ist darin nicht enthalten.
Was die sechs Aufbauten dämmen
| Aufbau | Wanddicke | Dämmung | Rw geprüft | Rechenwert |
|---|---|---|---|---|
| Einlagig, CW 50W111.de | 75 mm | ab 40 mm | 44,2 dB | 42 dB |
| Einlagig, CW 75W111.de | 100 mm | ab 60 mm | 47,6 dB | 45 dB |
| Einlagig, CW 100W111.de | 125 mm | ab 80 mm | 50 dB | 48 dB |
| Zweilagig, CW 50W112.de | 100 mm | ab 40 mm | 54,1 dB | 52 dB |
| Zweilagig, CW 75W112.de | 125 mm | ab 60 mm | 55,9 dB | 53 dB |
| Zweilagig, CW 100W112.de | 150 mm | ab 80 mm | 58,4 dB | 56 dB |
Die Schalldämm-Maße dieser Tabelle sind für den Achsabstand 625 Millimeter geprüft. Ein engerer Abstand trägt höhere Wände, kann das Schalldämm-Maß aber verändern.
Quelle: Knauf Detailblatt W11.de Metallständerwände, Ausgabe 04/2020, Systemvarianten W111.de und W112.de, jeweils die Zeilen mit Knauf Bauplatte 12,5 mm. Stand der Tabelle: 2026-09-14.
Die zweite Lage bringt mehr als das breitere Profil
Auf demselben CW 75 kommt die einlagig beplankte Wand auf 47,6 dB, die zweilagige auf 55,9 dB. Das sind 8,3 dB für eine zweite Plattenlage je Seite und 25 mm mehr Wanddicke. Wer stattdessen beim Profil wächst und einlagig bleibt, kommt mit CW 100 auf 50 dB und damit deutlich weniger weit.
Die zweite Lage kostet außerdem doppelt so viele Platten und doppelt so viele Schrauben, weil die Schnellbauschrauben je Lage im Abstand von 250 mm sitzen.
Die Platte gibt es in fünf Längen
| Format | Fläche je Platte | Gewicht je Platte |
|---|---|---|
| 1250 mal 2000 mm | 2,5 m² | 22 kg |
| 1250 mal 2500 mm | 3,1 m² | 27 kg |
| 1250 mal 2600 mm | 3,3 m² | 28 kg |
| 1250 mal 2750 mm | 3,4 m² | 30 kg |
| 1250 mal 3000 mm | 3,8 m² | 32 kg |
Gerechnet ist durchgehend die Bauplatte GKB nach DIN 18180, in DIN EN 520 der Typ A, mit 12,5 mm Dicke und 8.6 kg je Quadratmeter Liefergewicht.
Quelle: Knauf Technisches Blatt K711B.de Bauplatte GKB, Ausgabe 02/2020, Lieferprogramm und Technische Daten.
Im Bad gelten andere Regeln
- Die grüne Platte hat zwei Kurzzeichen
- In häuslichen Feuchträumen kommen im Bereich von Waschbecken, Toiletten und Bidets imprägnierte Gipsplatten nach DIN 18180 in Verbindung mit DIN EN 520 zum Einsatz. Sie tragen die Kurzbezeichnung H2 oder GKBI als imprägnierte Bauplatte und DFH2 oder GKFI als imprägnierte Feuerschutzplatte.
- Quelle: IGG Merkblatt 11, Abschnitt 2.3
- Unter Fliesen rückt das Ständerwerk enger
- In einlagig beplankten Bereichen mit Beplankungsdicken unter 18 Millimetern, die gefliest werden sollen, muss der Ständerabstand auf höchstens 500 Millimeter verringert werden. Der Regelabstand 625 Millimeter reicht dort nicht.
- Quelle: IGG Merkblatt 11, Abschnitt 2.1
- Fliesen und Sanitärtragständer sprechen für zwei Lagen
- Bei Wandkonstruktionen oder Vorsatzschalen mit Gipsplatten und Fliesenbelägen oder Sanitärtragständern wird eine zweilagige Beplankung empfohlen.
- Quelle: IGG Merkblatt 11, Seite 4
- Unter Fliesen genügt Q1
- Die Fugen aller Beplankungslagen sind zu verspachteln. Soll die Wand gefliest werden, genügt es, die Fugen der sichtbaren Lage in der Qualitätsstufe Q1 auszuführen.
- Quelle: IGG Merkblatt 11, Abschnitt 2.5
- Zwei Lagen versetzen ihre Fugen
- Die Beplankung stößt jeweils mittig auf dem senkrechten CW-Profil. Die Fugen der ersten und der zweiten Lage werden immer um mindestens einen Ständerabstand gegeneinander versetzt.
- Quelle: IGG Merkblatt 11, Abschnitt 2.3
Was hier fehlt und warum
- Eine Menge Spachtelmasse nennt dieses Werkzeug nicht. Das Detailblatt führt keine Verbrauchstabelle, und die Zahlen, die frei kursieren, stehen ohne Fundstelle da. Eine geratene Menge wäre schlechter als keine.
- Zur Feuerwiderstandsklasse sagt dieses Werkzeug nichts. F30 bis F90 hängen am Plattentyp, am Profil, an der Dämmschicht und am geprüften Gesamtaufbau und werden über den Anwendbarkeitsnachweis des Systems belegt, nicht über eine Rechnung.
- Beide Werte gelten für die Wand allein, ohne Schallübertragung über angrenzende Decken, Böden und Wände. Was am Ende im Gebäude ankommt, rechnet der Schallschutznachweis nach DIN 4109-2 aus den Flanken dazu. Dieses Werkzeug führt keinen Nachweis.
- Öffnungen sind nicht abgezogen, und jede angeschnittene Platte zählt voll. Ein Plattenstoß muss mittig auf einem CW-Profil liegen, deshalb passt ein Abschnitt nur dort wieder, wo seine Kante erneut ein Profil trifft. Die Plattenzahl ist damit die obere Schranke: wer den Zuschnitt weiterverwendet, kauft weniger.
Was dieses Werkzeug macht
- Der Plattenbedarf wird nicht über einen Verschnittzuschlag geschätzt, sondern in ganzen Platten gezählt. Jeder Plattenstoß muss mittig auf einem CW-Profil liegen, deshalb zählt eine angeschnittene Platte voll und der Verschnitt fällt als Ergebnis an, nicht als Annahme.
- Die Schalldämm-Maße stammen aus den Systemvarianten W111.de und W112.de des Knauf Detailblatts W11.de und gelten für die Wand allein, ohne Schallübertragung über Decke, Boden und Nachbarwände.
- Die Anforderungswerte kommen aus DIN 4109-1:2018-01, jeder mit Tabelle und Zeile. Für Treppenraumwände nennt die Norm keinen festen Wert, sondern die Tür plus 15 Dezibel.
- Eine Menge Spachtelmasse steht hier nicht. Das Detailblatt führt keine Verbrauchstabelle, und eine Zahl ohne Fundstelle wäre geraten.