Wie lange die Ausbildung dauert und welche Verordnung sie regelt
Die Berufsausbildung im Ausbildungsberuf Trockenbaumonteur und Trockenbaumonteurin dauert drei Jahre. Das bestimmt § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung in Ausbauberufen, kurz Ausbauberufeausbildungsverordnung. Sie trägt das Ausfertigungsdatum 3. Juni 2024, ihr Textnachweis gilt ab dem 1. August 2026. Mit ihr wurden sieben Ausbauberufe gemeinsam neu geordnet: Ausbaufacharbeiter, Zimmerer, Stuckateur, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Estrichleger, Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer sowie Trockenbaumonteur.
Prüfen Sie deshalb das Datum jeder Quelle, die Sie zur Ausbildung lesen. Bis zum 31. Juli 2026 galt die Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft aus dem Jahr 1999 mit ihrer Stufenausbildung: zwei Jahre bis zum Ausbaufacharbeiter, danach ein drittes Jahr zum Trockenbaumonteur. Ratgeber, die das so beschreiben, geben den Stand vor der Neuordnung wieder.
Eine Besonderheit unterscheidet den Trockenbaumonteur von den sechs anderen Berufen derselben Verordnung. § 1 Absatz 7 erkennt ihn allein nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes staatlich an. Die übrigen sechs werden zusätzlich nach § 25 der Handwerksordnung anerkannt, weil sie Gewerben der Anlage A zugeordnet sind. Das Bundesinstitut für Berufsbildung führt den Trockenbaumonteur entsprechend als Monoberuf, und die Bundesagentur für Arbeit beschreibt ihn als dualen Ausbildungsberuf in Industrie und Handwerk. Diese Sonderstellung ist die Folge davon, dass Trockenbau kein Handwerk der Handwerksordnung ist.
| Ausbildungsberuf | Dauer |
|---|---|
| Ausbaufacharbeiter und Ausbaufacharbeiterin | zwei Jahre |
| Trockenbaumonteur und Trockenbaumonteurin | drei Jahre |
| Stuckateur und Stuckateurin | drei Jahre |
| Zimmerer und Zimmerin | drei Jahre |
| Fliesen-, Platten- und Mosaikleger | drei Jahre |
| Estrichleger und Estrichlegerin | drei Jahre |
| Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer | drei Jahre |
- Dauer der Ausbildung zum Trockenbaumonteur
- drei Jahre
- § 2 Ausbauberufeausbildungsverordnung, Textnachweis ab 1. August 2026, Stand 1. August 2026
- Tarifliche Ausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr, gewerblich
- 1.122 Euro im Monat, bundeseinheitlich
- SOKA-BAU, Ausbildungsvergütung, Stand 1. April 2026
- Gesamttarifstundenlohn der Lohngruppe 4, Ecklohn im Bauhauptgewerbe
- 26,05 Euro je Stunde
- Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, Bauwirtschaft im Zahlenbild, Stand 1. April 2026
Was Sie während der Ausbildung verdienen
Das Baugewerbe zahlt tariflich, und die Ausbildungsvergütungen gehören zu den höchsten in der dualen Ausbildung. Seit dem 1. April 2026 gelten sie laut SOKA-BAU, der Sozialkasse des Baugewerbes, erstmals bundeseinheitlich in ganz Deutschland. Die Trennung zwischen West- und Ostgebiet ist damit auch bei den Auszubildenden entfallen.
| Ausbildungsjahr | Ab 1. April 2026, bundesweit | Tarifgebiet West bis 31. März 2026 |
|---|---|---|
| 1. Jahr | 1.122 Euro | 1.080 Euro |
| 2. Jahr | 1.351 Euro | 1.300 Euro |
| 3. Jahr | 1.610 Euro | 1.550 Euro |
| 4. Jahr | 1.714 Euro | 1.650 Euro |
Die Ausbildung zum Trockenbaumonteur dauert drei Jahre, das vierte Jahr in der Tabelle betrifft andere Bauberufe. Über die drei Jahre summiert sich die Vergütung nach den ab April 2026 geltenden Sätzen auf rund 49.000 Euro brutto. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie weist darauf hin, dass die Ausbildungsvergütungen im Baugewerbe zwischen 2010 und 2024 um 76 Prozent gestiegen sind, in den neuen Bundesländern sogar um 103 Prozent.
Wie die Abschlussprüfung in zwei Teilen abläuft
Die Prüfung ist gestreckt, besteht also aus zwei Teilen zu verschiedenen Zeitpunkten, die beide in das Endergebnis einfließen. Eine separate Zwischenprüfung ohne Wirkung auf das Zeugnis gibt es nicht mehr.
Teil 1 soll im vierten Ausbildungshalbjahr stattfinden, also etwa nach zwei Jahren. Teil 2 findet am Ende der Berufsausbildung statt. Bei einer verkürzten Ausbildung soll Teil 1 spätestens drei Monate vor Teil 2 durchgeführt werden; den genauen Zeitpunkt legt die zuständige Stelle fest.
Ausbildungsvertrag
Sie schließen den Vertrag mit einem Ausbildungsbetrieb. Die zuständige Stelle trägt ihn in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse ein; für Trockenbaumonteure ist das die Industrie- und Handelskammer.
Erstes und zweites Ausbildungsjahr
Grundlagen des Ausbaus: Ständerwerke, Beplankung, Dämmung, Bauphysik, Arbeitssicherheit. Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildung wechseln sich ab.
Teil 1 der Abschlussprüfung
Im vierten Ausbildungshalbjahr. Das Ergebnis zählt zur Gesamtnote und lässt sich später nicht wiederholen, wenn Teil 2 bestanden ist.
Drittes Ausbildungsjahr
Vertiefung: Brandschutz, Schallschutz, Feuchteschutz, Akustikdecken, Oberflächengüten und das Arbeiten nach geprüften Systemaufbauten.
Teil 2 der Abschlussprüfung
Am Ende der Ausbildung, mit praktischer Arbeitsaufgabe und schriftlichen Teilen. Nach dem Bestehen führen Sie die Berufsbezeichnung Trockenbaumonteur oder Trockenbaumonteurin.
Was den Trockenbaumonteur vom Ausbaufacharbeiter unterscheidet
Beide Berufe stehen in derselben Verordnung, unterscheiden sich aber in Dauer und Tiefe. Der Ausbaufacharbeiter wird in zwei Jahren ausgebildet und deckt die Grundlagen mehrerer Ausbaugewerke ab. Der Trockenbaumonteur lernt drei Jahre und spezialisiert sich auf Wand-, Decken- und Bodensysteme im trockenen Innenausbau.
- Ausbaufacharbeiter: zwei Jahre, breite Grundlagen im Ausbau, eigenständiger anerkannter Abschluss.
- Trockenbaumonteur: drei Jahre, Schwerpunkt Montagewände, Unterdecken, Vorsatzschalen, Trockenestrich und Bekleidungen.
- Beide Berufe sind in der Ausbauberufeausbildungsverordnung geregelt, die seit dem 1. August 2026 gilt.
- Der Trockenbaumonteur ist ein Monoberuf, führt also nicht zwingend über den Abschluss als Ausbaufacharbeiter.
- Für den Trockenbaumonteur ist Industrie und Handel die zuständige Stelle, weil Trockenbau kein Handwerk der Handwerksordnung ist.
- Wer Putzarbeiten ausführen will, braucht dagegen die Ausbildung und später den Meisterbrief im Stuckateurhandwerk.
Für die Berufswahl ist das der entscheidende Punkt: Wer im Trockenbau bleiben will, ist mit der dreijährigen Ausbildung besser aufgestellt, weil Brandschutz, Schallschutz und Feuchteschutz erst dort in der Tiefe vermittelt werden. Wer breiter einsteigen und sich später entscheiden möchte, kann mit dem zweijährigen Abschluss beginnen.
Wie Sie einen Ausbildungsplatz im Trockenbau finden
Einen schulischen Mindestabschluss schreibt die Ausbauberufeausbildungsverordnung nicht vor. Betriebe stellen überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein, und die Entscheidung fällt regelmäßig im Praktikum. Diese Reihenfolge führt am schnellsten zu einem Vertrag.
- Machen Sie ein Praktikum von ein bis zwei Wochen in einem Ausbaubetrieb. Es ersetzt jedes Bewerbungsschreiben, weil der Betrieb Sie arbeiten sieht.
- Suchen Sie Betriebe in Ihrer Nähe über die Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammer, denn für den Trockenbaumonteur ist Industrie und Handel die zuständige Stelle.
- Prüfen Sie im Gespräch, welche Gewerke der Betrieb tatsächlich ausführt: reiner Trockenbau, Akustikbau, Feuchtraumausbau oder auch Putzarbeiten.
- Fragen Sie, welches überbetriebliche Ausbildungszentrum zuständig ist und wie viele Wochen im Jahr Sie dort verbringen.
- Lassen Sie sich den Ausbildungsplan zeigen und vergleichen Sie ihn mit der Ausbauberufeausbildungsverordnung, die den Ausbildungsrahmenplan enthält.
- Klären Sie Arbeitszeiten, Fahrtwege zu Baustellen und die Frage, ob der Betrieb Arbeitskleidung und Werkzeug stellt.
- Unterschreiben Sie den Ausbildungsvertrag erst, wenn Vergütung, Urlaubstage und Ausbildungsdauer darin stehen, und lassen Sie ihn bei der zuständigen Stelle eintragen.
Ein Wort zur körperlichen Seite, das in Broschüren oft fehlt: Trockenbau heißt Platten von 12,5 Millimetern Dicke heben, über Kopf schrauben und auf Leitern arbeiten. Eine Standardplatte von 1,25 mal 2 Metern wiegt bei einer Rohdichte ab 800 Kilogramm je Kubikmeter gut 25 Kilogramm. Wer das im Praktikum ausprobiert hat, weiß vor dem Vertrag, worauf er sich einlässt.
Was Sie nach der Ausbildung verdienen und wie es weitergeht
Nach der Ausbildung greift der Lohntarif des Bauhauptgewerbes. Der Gesamttarifstundenlohn der Lohngruppe 4, also der Ecklohn des Spezialfacharbeiters, beträgt seit dem 1. April 2026 bundeseinheitlich 26,05 Euro. Zum 1. Januar 2026 lagen die Werte noch getrennt bei 25,08 Euro im Westen und 24,74 Euro im Osten. Die Angleichung von Ost und West ist zum selben Stichtag vollzogen worden.
Der Weg nach oben führt über Fortbildungen, nicht über eine Meisterpflicht, die es im Trockenbau nicht gibt. Üblich sind der Vorarbeiter, der Werkpolier und der geprüfte Polier, dazu Fachkraft-Zertifikate der Systemhersteller für Brandschutz-, Schallschutz- und Feuchtraumsysteme. Wer auch Putzarbeiten ausführen möchte, legt die Meisterprüfung im Stuckateurhandwerk ab und kann sich dann in die Handwerksrolle eintragen lassen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Trockenbaumonteur?
Drei Jahre. Das regelt § 2 der Ausbauberufeausbildungsverordnung, deren Textnachweis ab dem 1. August 2026 gilt. Die Ausbildung ist ein Monoberuf, führt also nicht zwingend über einen Zwischenabschluss. Zum Vergleich: Die Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter dauert zwei Jahre, die übrigen Ausbauberufe wie Zimmerer, Stuckateur oder Estrichleger dauern ebenfalls drei Jahre.
Wie viel verdient ein Auszubildender im Trockenbau?
Nach dem Tarif des Baugewerbes und den Angaben von SOKA-BAU gelten ab dem 1. April 2026 bundeseinheitlich 1.122 Euro im ersten, 1.351 Euro im zweiten und 1.610 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Bis zum 31. März 2026 lagen die Sätze im Tarifgebiet West bei 1.080, 1.300 und 1.550 Euro. Die Beträge sind Bruttomonatsvergütungen für gewerbliche Auszubildende.
Ist der Trockenbaumonteur ein Handwerksberuf?
Er ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, aber kein Handwerk im Sinne der Handwerksordnung. Das Bundesinstitut für Berufsbildung weist die Zuständigkeit Industrie und Handel aus. Das passt dazu, dass Trockenbau weder in Anlage A noch in Anlage B der Handwerksordnung steht und ein Übergangsgesetz ausdrücklich feststellt, dass der Akustik- und Trockenbau keine wesentliche Tätigkeit eines Anlage-A-Gewerbes ist.
Wann findet die Abschlussprüfung im Trockenbau statt?
Die Prüfung ist in zwei Teile aufgeteilt. Teil 1 soll im vierten Ausbildungshalbjahr stattfinden, also nach etwa zwei Jahren, Teil 2 am Ende der Berufsausbildung. Beide Teile fließen in das Gesamtergebnis ein. Bei einer verkürzten Ausbildung soll Teil 1 spätestens drei Monate vor Teil 2 stattfinden; den Termin legt die zuständige Stelle fest.
Was verdient ein ausgebildeter Trockenbaumonteur?
Maßgeblich ist der Tarif des Bauhauptgewerbes. Der Gesamttarifstundenlohn der Lohngruppe 4, also der Ecklohn des Spezialfacharbeiters, liegt seit dem 1. April 2026 bundeseinheitlich bei 26,05 Euro je Stunde. Zum 1. Januar 2026 waren es noch 25,08 Euro im Westen und 24,74 Euro im Osten. Betriebe ohne Tarifbindung können davon abweichen.
Brauche ich nach der Ausbildung einen Meisterbrief, um mich selbständig zu machen?
Für reinen Trockenbau nicht. Trockenbau ist kein zulassungspflichtiges Handwerk, eine Eintragung in die Handwerksrolle gibt es dafür nicht. Es genügt die Gewerbeanmeldung nach § 14 Gewerbeordnung. Wer zusätzlich Innen- oder Außenputz anbieten will, braucht die Meisterprüfung im Stuckateurhandwerk oder eine andere Eintragungsvoraussetzung nach § 7 Handwerksordnung.